124. Bd.: Matheus, Michael (Hg.), Friedensnobelpreis und historische Grundlagenforschung. Ludwig Quidde und die Erschließung der kurialen Registerüberlieferung (XI, 639 S.) Berlin-New York 2012.
Im Jahr 2008 jährte sich zum 150. Mal der Geburtstag Ludwig Quiddes, der von 1890 bis 1892 das Preußische Historische Institut in Rom leitete und dort das Repertorium Germanicum (RG) initiierte, das noch heute zu den wichtigsten Unternehmen der historischen Grundlagenforschung zählt. Seine Satire „Caligula“ war einer der erfolgreichsten Essays der Zeit, doch führten die Anspielungen auf Kaiser Wilhelm II. zum Ende seiner wissenschaftlichen Laufbahn. Auf der Basis eines beträchtlichen Privatvermögens betätigte er sich als Politiker und Publizist, insbesondere in der Friedensbewegung. Der aus einer Tagung hervorgegangene Sammelband würdigt Quidde als Historiker, als Persönlichkeit der Friedensbewegung und als Friedensnobelpreisträger. Ferner geht es um ihn als „Vater“ des RG sowie des Tochterunternehmens Repertorium Poenitentiariae Germanicum (RPG). Dabei werden nicht nur die aktuellen Möglichkeiten der Erschließung der kurialen Registerserien und ihre Tragfähigkeit für Themen der europäischen Geschichte diskutiert, sondern auch die europäische Anschlussfähigkeit der unter Ludwig Quidde begonnenen Projekte ausgelotet sowie Perspektiven der modernen elektronischen Erschließung und Bearbeitung der kurialen Überlieferung aufgezeigt.
122. Bd.: Johrendt, Jochen: Die Diener des Apostelfürsten. Das Kapitel von St. Peter im Vatikan (11.-13. Jahrhundert) (X, 564 S.) Berlin-New York 2011.
Die Habilitationsschrift ist die erste umfangreichere wissenschaftliche Abhandlung zum Kapitel von St. Peter im Vatikan seit dem 18. Jahrhundert. Sie analysiert die Verfassung des Kapitels, seine prosopogarphische Zusammensetzung sowie das Verhältnis zu den Päpsten. Im Anhang finden sich Biogramme der Kanoniker sowie eine Edition der beiden ältesten Zinsverzeichnisse des Peterskapitels. Dank eines Vergleichs mit den Kapiteln von S. Giovanni in Laterano und S. Maria Maggiore wird die herausragende Stellung des Peterskapitels für das städtische Gefüge und die Kurie deutlich.
123. Bd.: Ehrmann-Herfort, Sabine/Matheus, Michael (Hg.): Von der Geheimhaltung zur internationalen und interdisziplinären Forschung. Die Musikgeschichtliche Abteilung des Deutschen Historischen Instituts in Rom 1960-2010 (XVI, 205 S.) Berlin-New York 2010.
Als Schnittpunkt zwischen italienischer und deutscher Musikwissenschaft etablierte sich die am 14. November 1960 am Deutschen Historischen Institut in Rom eröffnete Musikgeschichtliche Abteilung sehr schnell zu einer wichtigen Anlaufstelle und Plattform für Fachkollegen. Anlässlich des 50. Jahrestages ihres Bestehens versammelt der vorliegende Band Beiträge, die sich vor dem Hintergrund wissenschaftlicher und kulturpolitischer Diskurse mit der Entstehung und Geschichte der Abteilung, dem Wandel ihrer Aufgaben und Konzepte, ihrer Vorreiterrolle bei der Erforschung der italienischen Oper sowie mit den Versuchen, verschiedene Disziplinen unter dem Dach des DHI anzusiedeln, befassen.
121. Bd.: Matheus, Michael (Hg.): S. Maria dell’Anima. Zur Geschichte einer „deutschen“ Stiftung in Rom (XIV, 422 S.) Berlin-New York 2010.
Santa Maria dell’Anima existiert seit über 600 Jahren. Hospiz und Kirche zählen neben dem Campo Santo Teutonico zu den zentralen Anlaufstellen für Pilger aus dem nordalpinen Raum. Mit den Pilgerreisen waren immer Prozesse des kulturellen Transfers verbunden, denen nicht nur romorientierte Forschung stets große Aufmerksamkeit geschenkt hat, sondern die auch unter neueren kulturgeschichtlichen Fragestellungen von hohem Interesse sind. Im vorliegenden Band werden Epochen übergreifend und in interdisziplinärem Zugriff verschiedene Aspekte der Geschichte der Einrichtung behandelt.