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Dr. Ricarda Matheus

Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt

Die Sümpfe der Päpste. Umweltwahrnehmung und Nutzungskonflikte in der pontinischen Ebene in der Frühen Neuzeit

Das von der DFG für zunächst 24 Monate bewilligte Projekt widmet sich am Beispiel der Pontinischen Sümpfe im südlichen Kirchenstaat exemplarisch und vergleichend dem komplexen Verhältnis von Menschen zu ihrer sich wandelnden Umwelt im Spiegel von Bonifizierungsprojekten und Versumpfungsprozessen.
Ausgehend von einer Konzeption der Umweltgeschichte, die der Rezeption von Natur einen zentralen Stellenwert einräumt, sollen Umweltwahrnehmungen und -deutungen in der Frühen Neuzeit (ca. 1580–1800) anhand verschiedener Themenfelder differenziert analysiert und kontextualisiert werden. Der Studie liegt die Hypothese zu Grunde, dass einerseits die Naturwahrnehmung ein zentraler Schlüssel für das Verständnis von Umweltkonflikten und Landnutzungskonzepten ist, andererseits soziale, mentale und kulturelle Faktoren die Deutungs- und Bewältigungsmuster von umweltlichen Phänomenen in Sumpflandschaften maßgeblich determinierten.
Untersucht werden individuelle und kollektive Konstruktionen von Umwelt- und Landschaftsvorstellungen sowohl im Zusammenhang mit naturräumlichen Gegebenheiten als auch mit wasserbaulichen Transformationsprozessen, machtpolitischen Interessen, Formen des menschlichen Zusammenlebens, Seuchen und Krankheiten sowie wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten. In die Analyse integriert werden ideengeschichtliche Konzepte der Umweltwahrnehmung und ihr Einfluss auf die Vorstellungen von Naturbeherrschung in den pontinischen Sümpfen. Ein Vergleich mit anderen europäischen Landschaften und dort durchgeführten Bonifizierungsprojekten soll ferner Aufschlüsse über die Spezifika und zeitliche Variabilität der Umweltrezeptionen liefern.